Reggio Calabria Wireless
next  
Burgen, Kirchen
Wie komme ich hin?
DON 18
N.d.
MIT 17
N.d.
DIE 16
N.d.
kunst und kultur
Il Castello Aragonese

Il Castello AragoneseDie Geschichte des Castello bildet seit mindestens dem VI. Jahrhundert n. Chr. die Geschichte Reggio Calabrias ab.  In der griechischen und daraufhin in der römischen Zeit hatte der Hügel, auf dem man heute die Überreste des einst mächtigen Kastells sieht, eine sehr wichtige Funktion im Verteidigungssystem der Stadt.

Während des VI. Jhdts. n. Chr. , vor den Invasionen durch Totila (549 – 551 n. Chr.), wurde beschlossen, die Zone zu befestigen, allerdings wurde erst in der byzantinischen Zeit, zwischen IX. und XI. Jhd (als Reggio Hauptstadt des “Thema di Calabria” wurde) , tatsächlich eine Festung auf den Hügel gebaut. Aus dem ursprünglich einzelnen Turm der Byzantiner wurde ein befestigtes Zentrum.
Im Jahr 1039 kam die Stadt unter die Herrschaft der Normannen und Roberto il Guiscardo. In dieser Epoche wurde ein weiterer Verteidigungsturm, für die Verteidigungstruppen Reggios an die Stadtmauern gebaut. 

Der Bau des eigentlichen Castello erfolgte wahrscheinlich zur Zeit der schwäbischen Herrschaft, da die Struktur (die man anhand der Überreste nach dem Erdbeben und nach alten Fotografien und Reliefs erkennen kann) an die damalige militärische Architektur erinnert. Es handelte sich um einen mächtigen Bau mit quadratischem Grundriss, die Seiten jeweils 60 Meter lang und mit 4 Ecktürmen, auch diese quadratisch. Laut einigen Forschern hatte das Kastell allerdings schon im XII. Jhd. diese Form.  Während des XIII. Jhd. durchlief das Kastell einige Veränderungen.
Im Verlauf der wiederholten Kriege zwischen Aragon und Anjou wurde es 1327 restauriert und 1381 während der Herrschaft Giovannas I. befestigt. Ein Dokument von 1382 bezeugt die Existenz von 6 Türmen entlang den Außenmauern des Kastells.

Nach der Eroberung  Reggios durch die Aragonesen (1440) wurde auch die Festung  im Zuge der Verstärkung des Verteidigungsapparates im Reich von Neapel durch Ferdinand von Aragon ausgebaut; dies sollte ein uneinnehmbares Verteidigungsnetz mit modernsten militärischen Mitteln (unter anderem Schießpulver) gewährleisten.
Im Anschluss an diese Arbeiten, die 15 Jahre dauerten, wurden die zwei runden  gezinnten Türme hinzugefügt, die heute das einzige Zeugnis der früheren Pracht des Baus sind, außerdem ein Burggraben rund um die Anlage.
Ursprünglich waren die Zinnen (die um 1600 erhöht wurden) niedriger, also näher an der darunter liegenden bogenförmigen Bordüre. Nach jedem dritten Bogen war eine Öffnung angebracht, durch die man Steine auf den nahenden Feind schleudern konnte. Der Bau des Turmes garantierte den Rückprall der Steine, der Turmrahmen mit abgerundetem Profil machte das Erklimmen des Turms für die Feinde unmöglich. Auf der Ostseite der Struktur wurde eine spitze Verlängerungsmauer eingebaut, die die Festung vor dem Feuer der größeren Waffen schützen sollte und in der außerdem die Artillerie untergebracht war.

Während des 16. und 17. Jahrhunderts folgte eine Restaurierung der anderen. Diese waren besonders duch die andauernden Angriffe der Sarazenen nötig.  Im Jahr 1539 ließ Pietro da Toledo, Stellvertreter des Königs Francesco I., den Innenraum des Kastells vergrößern, sodass etwa 1000 Menschen sich darin verstecken konnten. Tatsächlich wurden im Jahr 1543 bei einem Angriff der Türken des Barbarossa etwa 1000 Menschen aus Reggio, mitsamt dem Gouverneur, gefangengenommen.  Gegen Ende des 16.Jhdts. wurde eine neue Aufstockung der Türme beschlossen, um diese sicherer zu machen und um die Signale der umliegenden Küstenwachttürme der Gegend besser empfangen zu können.  Im Jahr 1712 ging die Festung in den Besitz Carlos III von Bourbon über, der das Innere zur Kaserne umfunktionierte und den von ungesetzlichen Wohnhütten besetzten Burggraben wiederherstellte. Die voranschreitende Befestigung der Macht der Bourbonen über das südliche Italien und das darauffolgende Ende der ständigen Kriege machten weitere Aufbau- und Befestigungsarbeiten am Verteidigungsapparat der Stadt und insbesondere an der Struktur der Festung überflüssig. Nach dem Erdbeben 1783 wurde die Festung lange Zeit als Gefängnis genutzt.  Noch nach dem Aufstand vom 2. September 1847 und der Ermordung des Generals Pinelli, Gouverneur der Stadt, wurden im Keller der Burg die Verschwörer festgehalten.

Am 21. August 1860 nahmen die Anhänger Garibaldis die Festung ein.
In den Jahren nach der Einigung Italiens (1874) kaufte die Stadt die Festung mit der Absicht, sie abzureißen und an ihrer Stelle eine große Piazza zu errichten. Nach scharfer Kritik wurde beschlossen, die zwei Türme aufrechtzuerhalten, doch der Abriss fand aufgrund bürokratischer Verzögerungen nicht statt. Nach dem schrecklichen Erdbeben von 1908, das den Bau schwer erschütterte, erklärte die Stadt die Festung für unbenutzbar. Es wurde beschlossen, die Festung abzureißen, um eine Verlängerung der via Aschenez zu erreichen und nur die Türme zu erhalten.
Der Abriss erfolgte 1922.
Nach dem im Jahr 2000 beendeten Wiederaufbau wird die Festung als Sitz für kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.

Photogallery
Schnellzugang
Umfrage
Denkst du, diese Stadt zu besuchen?
Anmeldung für Newsletter Name:    Email:    Newsletter für:    Anmeldung