Die Stärke der Frauen von Bagnara: Geschichte und Legenden der Bagnarote

Der Bagnarote-Mythos ist geboren

Share

Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese typisch weibliche Figur der Stadt Bagnara von Schriftstellern, Dichtern und Journalisten gelobt, die sich schöne Seiten mit Nachrichten und Bewunderung für diese Figuren reserviert haben.

Nach dem Erdbeben von 1783 wurde die kleine Gemeinde von Bagnara Calabra wie so viele Kleinstädte in der Provinz Reggio zerstört, die Frauen wurden zu Waisen und Witwen ihrer Männer: Väter, Ehemänner, Brüder gaben nicht auf, hart daran zu arbeiten, ein neues Bagnara wieder aufzubauen, das zu einem großen Teil auf dem Matriarchat basierte, eine echte soziale Renaissance der Gemeinde, die die Bagnarote als Hauptfiguren einer neuen Entwicklung der Stadt gesehen hatte.

Sie waren sehr geschickt im Tauschhandel und im Handel und zeichneten sich stets durch ihre guten Beziehungen zu Menschen aus allen umliegenden Dörfern, sogar aus Sizilien, aus.

So unterscheidet der Gelehrte Cardone gegen Mitte des 19. Jahrhunderts in einem seiner ethnographischen Essays die Frauen von Bagnara und teilt sie in drei verschiedene Klassen ein: „Diejenigen, die zivilisiert sind, um den Adel zu erziehen; diejenigen aus der Mittelschicht, die Stricken spinnen, und diejenigen aus der Unterschicht, die schwere, bescheidene Arbeit leisten, die Bagnarote“.

So entstand der Mythos als eine eigenständige soziale Kategorie.

In ihrer Tradition war es üblich, einen großen und großen Korb auf dem Kopf zu tragen, der auf einer Tuchkrone ruht, die dazu diente, den Druck des Gewichts zu mindern, so als wären sie die Karyatiden des Parthenon von Athen. Diese neuen griechischen Frauen haben mit ihrer Hartnäckigkeit und Hingabe zum Wiederaufbau nach Erdbeben, Kriegen und Katastrophen beigetragen, die die Provinz der tyrrhenischen Küste heimsuchten.

Ob es sich um den Transport von Trauben zur Erntezeit oder um Material für den Hausbau handelt, die Bagnarote standen mmer in der ersten Reihe; sie zogen von Gemeinde zu Gemeinde, von Dorf zu Dorf und sogar über die Meerenge mit den ersten Transportschiffen von Villa San Giovanni, den so genannten Fährschiffen um ihre Produkte zu verkaufen.

Sie rebellierten gegen eine faschistische Ordnung, die sie zwang, in den Bahnhöfen Schuhe zu tragen, weil sie es gewohnt sind, immer barfuß zu gehen.

Protagonisten der Literatur, vom Menschen bis zur Figur.

Starke und rebellische Arbeiterinnen, die Bagnarote werden in der Literatur als die Frauen des Meeres gefeiert.


Interessant ist die Schilderung eines Reisenden des 19. Jahrhunderts, des Deutschen Richard Cher Krapfen, der von der Schönheit der Frauen von Bagnara besonders verzaubert war: „Regelmäßige Gesichtszüge, kombiniert mit einem hellen Teint und Gesichtsausdruck eine exquisite Asymmetrie, kombiniert mit der Anmut der Form“.


Doch erst mit Stefano D'Arrigos Meisterwerk, dem Horcynus Orca, übernehmen die Bagnarote die Rolle der Protagonistinnen.


In dem epischen Roman, der vom Schriftsteller aus Messina geschrieben wurde, werden die einheimischen Frauen der Kleinstadt an der Costa Viola als „Femminote“ bezeichnet, und zwar dank ihrer Kenntnis der Routen und Tricks, die sie während des Krieges anwandten, um Salz zu schmuggeln, was die Überquerung der Meerenge der jungen Ndria Cambria erleichterte.


Der Salzschmuggel florierte, denn Salz war damals ein wertvolles Element auf dem Schwarzmarkt. Ein anderer großer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, diesmal aus Kalabrien, Corrado Alvaro, erinnert sich an die Bagnarote in seinem Roman „Un treno nel sud“ (dt. Ein Zug im Süden), in dem er von den Bewohnerinnen von Bagnara als Frauen der Erschöpfung sprach, als Pilgerinnen die von Dorf zu Dorf zogen, die auch ihre kleinen Töchter mitnahmen, denen sie einen Korb umhängten, um sie an die Mühen zu gewöhnen.

In der heutigen Zeit

Vielleicht weiß nicht jeder, dass in jüngster Zeit diese Geschichte in einem italienischen Lied ihren Niederschlag fand. Mia Martini, eine aus Bagnara stammende Sängerin und Liedermacherin, bestätigte darin stolz ihre Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft von Fischern und starken Frauen und ließ sich als „Bagnarota“ ansprechen. Berühmt bleibt ein Interview, in dem sie erklärte: "Wäre ich keine Sängerin geworden, wäre ich mit Sicherheit eine Bagnarota" geworden.

Sie sind nicht mehr von der typischen Tradition gekennzeichnet: <<‘a Saia e ‘u sciamichu>>, aber ihre natürliche Eleganz findet sich noch heute bei den Frauen, die in Bagnara Calabra leben.

La tua opinione conta

Non ci sono commenti. Pubblica tu il primo.