Careri: Ein von geheimnisvollen Felsen umgebenes Dorf

Die Anfänge gehen auf die Flucht aus der mythischen Pandora zurück

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Der erste Wohnkern von Careri entstand im späten Mittelalter, etwa zu Beginn des 12. Jahrhunderts, dank einer Gruppe von Familien aus dem nahe gelegenen Pandora, einem antiken Dorf in der Magna Graecia, das durch ein verheerendes Erdbeben zerstört wurde. Seit dem 16. Jahrhundert ist der Ort auch unter dem Namen Charere bezeugt, abgeleitet vom kalabrischen „hareri“, was „Weber“ bedeutet.

Die Existenz von Namen byzantinischen Ursprungs und die Präsenz zahlreicher Klöster entlang der Täler der Bäche, die sich auf dem Gebiet des Dorfes befinden, zeugen jedoch von der Existenz von Siedlungen, die bereits schon bei der Entstehung des Dorfes existierten, und von einem starken kulturellen und religiösen Interesse geprägt sind, das sich seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. in dem Gebiet, in dem sich die Careri befindet, entwickelte.

Nach der Eingliederung in die Baronie von Bianco gehörte es in der Neuzeit verschiedenen Lehnsherrenfamilien, bis hin zu den Spinelli, den Fürsten von Cariati. Die Bourbonen erhoben es 1836 zu einer autonomen Gemeinde und legten es mit Natile zusammen. Nach den schweren Erdbeben von 1783 und 1908 und dem Hochwasser von 1951 mussten einige Einwohner in ein neues Gebiet umgesiedelt werden. So entstand die Fraktion Natile Nuovo. Heute umfasst die Gemeinde Careri auch die Fraktionen Natile und Natile Nuovo.

Careri

Die Fraktion Natile vecchio

Natile vecchio ist eine Anhäufung von Häusern, die sich eng aneinanderschmiegen und zwischen den grasbewachsenen Hängen des Tals von Fiumara di Careri und den Eichenwäldern von Aspromonte eingebettet sind. Hier ist die kleine Kirche Santa Maria del Soccorso zu besichtigen, die 1531 vom Fürsten von Cariati D. Carlo Spinelli als Pfarrkirche gegründet wurde und in der jedes Jahr am 17. August die Feierlichkeiten für San Rocco, den Schutzpatron des Dorfes, starten. Etwas außerhalb des Dorfes kann man die Ruinen der alten Mauern und die Reste eines Aquädukts finden.

Pietra Cappa

Von Belvedere aus weitet sich der Horizont in das weite Becken, das sich an das Herz des Aspromonte-Nationalparks anlehnt. Die Landschaft wird von dem gewaltigen Monolith, der als Pietracappa bekannt ist, beherrscht. Es handelt sich um einen riesigen, 176 m hohen Felsblock, der einem Panettone sehr ähnelt und an dessen Basis eine Platte ruht, die bemerkenswerte visuelle Effekte erzeugt.

Um den großen Monolithen, der höchste in Europa, ranken sich verschiedene Legenden, die sich auf das Leben Jesu und religiöse Kulte beziehen.

Die berühmteste erzählt, dass Jesus und die Apostel bei seiner Predigt in Aspromonte ankamen, wo sie einige Steine zur Buße sammeln sollten. Petrus nahm nur einen kleinen Stein auf. Jesus verwandelte diese Steine in Brotlaibe und so kam es, dass Petrus nur einen kleinen Bissen in der Hand hielt, der so groß wie sein gesammelter Stein war. Der zukünftige erste Papst verstand den Fehler und legte den Stein dort ab, den Jesus dann auf die Größe des heutigen Monolithen anwachsen ließ. Als Petrus zum Hüter des Paradieses wurde, beschloss er, den Gerichtsdiener, der Jesus vor dem Hohen Rat geohrfeigt hatte, einzusperren, und verurteilte ihn dazu, in diesem sein Dasein zu fristen.


Die Felsen von San Pietro

Nicht weit vom Monolithen entfernt befindet sich ein System von Konglomeratgesteinen, das als Rocche (oder Rocce) von San Pietro bekannt ist. Im Gegensatz zum Monolithen sind sie kleiner und erreichen eine maximale Höhe von 578 Metern über dem Meeresspiegel.

Die Stätte wird durch die künstlichen Grotten verschönert: kleine, vom Menschen in den Fels gegrabene Räume, die dem Komplex, in dem sie untergebracht sind, einen geheimnisvollen und faszinierenden Aspekt verleihen. Archäologischen Studien lassen den Schluss zu, dass die Rocche di San Pietro in der Antike von basilianischen Mönchen griechischen Ritus', die nach dem Bildersturm aus dem Osten kamen, als Einsiedelei genutzt wurden.

38.176571,16.117803
Platz
Careri

Careri, 89030
RC

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